Donnerstag, 15. Juli 2010

Dar Express

"Glory to god" - das steht vorn auf der Frontscheibe des Busses, mit dem wir gerade unterwegs sind. Gut möglich, dass die Betreiber diesen Spruch erst aufgeklebt haben, nachdem sie feststellen durften, dass die Frontscheibe nach einem kaum mehr nachvollziehbaren Crash eben nicht in tausend kleine Würfel zersprungen ist, sondern seitdem nur von einer zweistelligen Anzahl von Sprüngen durchzogen ist.
Für die lokalen Behörden und Fahrzeugkontrollen ist die Schuhgröße des Busfahrers offenbar ein ähnlich bedeutsames Kriterium wie die Funktionalität der Bremsen (die hier eh nur selten benutzt werden), die Unversehrtheit der Frontscheibe oder gar Luxusausstattungen wie Reifenprofilen etc.
Ein ausführlicher TÜV-Bericht würde vermutlich alle am Geschehen Beteiligten nur unnötig beunruhigen...

jo, wir sind wieder auf der Piste, und diesmal führt uns der Weg wieder Richtung Norden. Vorbei an wunderbaren Bergformationen und zuletzt am Kilimanjaro (leider kaum Sichtkontakt zu erwarten) fahren wir nun nach Moshi, wo wir bei einem Freund von mir privat unterkommen werden. Mindestens 8 Stunden, vielleicht auch länger wird der Bus unser Zuhause sein, und nachdem der Busfahrer sich mit seiner überdimensionierten Seifenkiste nun bereits gute 20 Minuten durch das Chaos des Busplatzes Ubungo/Dar es Salaam gedrängelt hat, dürfte es in Kürze tatsächlich losgehen. Wir haben ziemlich gute Plätze, ganz vorn, gleich hinter der vermeintlichen Motorraumabdeckung; selbst wenn meine Beine 2 Meter lang wären, könnte ich sie gut ausstrecken. Dennoch wird es schwitzig werden, selbst jetzt am Morgen zeigt das Thermometer schon 28 Grad bei bewölktem Himmel und ich darf daran erinnern, dass das der tansanische Winter ist. Nun denn, es geht auf die Piste. Einen wunderbaren Tag Euch allen. Tutasikilizana baadaye kidogo.

Dienstag, 13. Juli 2010

Gerumpel, Geschwitze und Generve

Nach nicht wirklich langer Offline-Pause nun endlich wieder ein Lebenszeichen von uns aus Dar es Salaam. Mit dem Internet war es seit gestern abend etwas schwierig geworden, da Safaricom trotz angekündigten Roaming-Möglichkeiten nach Tanzania heute mittag seinen Dienst vollends versagte und dann schließlich gar kein Netz mehr zu bekommen war.

Ich gehe also unter die Sim-Karten-Sammler (nicht dass ich zu Hause nicht schon 4 oder 5 hätte) und befinde mich nun im stolzen Besitz einer 1000Shilling Vodacom-Simkarte (sind ca. 53 €cent) und kann offenbar auch hierüber ins Netz. O Wunder was. Ein Hoch auf die Inder, die haben Ahnung von dem ganzen technischen Zeug und halfen mir heute geduldig… Aber nun genug der Nebensächlichkeiten. Nur noch eins: die neue Nummer: +255752977862.

Ich bin noch einen kurzen Abriss des vorgestrigen Vormittags schuldig, den wir ja am Diani Beach südlich von Mombasa erlebten und von wo aus wir schließlich wieder Richtung Stadt aufbrechen wollten.

Nun, eigentlich hatten wir vor, am Vormittag nochmal flux ins Meer zu hüpfen, weil das einfach so wunderbar türkisblau (zumindest in unserer Erinnerung vom Vortag) war und wir so sagenhaft scharf drauf waren. Naja. Gesagt, geplant, wir waren da, aber das Meer war weg. Wenigstens hundert Meter. Ebbe nennt man das und selbige war im Grunde berechenbarer als alles andere in diesem Land, nur dass wir eben nicht dran gedacht hatten.

So schlurften wir also eine kleine Weile planlos durchs geebbte Gelände voller Korallen und sonderbarer Steinformationen, bis nur wenig später 2-3 Kenianer wie zufällig unseren Weg kreuzten und für uns beide immer mehr sonderbare Wassertierchen aufspürten und sich somit eine ausführliche Ebbe-Meeres-Tour entwickelte, die schließlich bis auf ein vorgelagertes Riff führte. Zu meiner nicht direkt positiven Überraschung entdeckten wir ganz unweit der Stelle, an der wir noch am Vortag lustig rumgeplanscht hatten, eine unglaubliche Ansammlung von (kaum übertrieben) tausenden von Seeigeln, mit (einem von) denen ich schon vor 7 Jahren im Indischen Ozean bei Sansibar Bekanntschaft gemacht hatte. Nicht weniger als 40 Stacheln in meinem rechten Fuß hatten damals eine mindestens 3 Monate andauernde Erinnerung wach gehalten.

Die beiden „Guides“, die sogar ein ganz erkleckliches Repertoire an Deutsch hatten, führten uns sicher durch die Seeigelmeere und entlang von Steinfischen, Seesternen und Tintenfischen, fast wie in einem Streichelgehege. Sagenhaft! Und alles wie meistens - völlig ungeplant.

Naja. Am Ende gab es wie zu erwarten war, eine nicht zu knappe Verhandlungsphase um den Preis dieser kleinen Tour. Für lau gibt’s hier dann doch fast nix. (Spruch des Kenianers: „Ohne Moos nix los!“ Die Faustregel, so scheint mir ist, dass man den zuerst genannten Preis im Schnitt auf ungefähr ein Fünftel herunterhandeln kann, so dass in diesem Fall von 2500KSh noch 500 übrig blieben. Ca. 5 Euro.

Wirklich witzig war, dass ein anderer Kenianer gleich im Anschluss auf mich zukam, und mich fragte, ob ich ihm eine 2 Euro-Münze tauschen könnte, denn die kann man hier tatsächlich nicht loswerden.

Ich dachte ok, was soll’s, und Samuel zog los, um 700KSh aus unserem Quartier zu holen. Wir bezahlten den Guidis 500 und dem Eurofinder 200. Gleich danach kam ein anderer Wakenia und bot wirklich hübsche Muscheln feil. Und was soll ich sagen: Für eine 2-Euro-Münze hat er mir ein imposantes Teil verkauft ;o) So bleibt doch alles in der Familie.

Unser Weg führte uns nach dem Mittagessen zurück nach Mombasa, denn Samuel wollte gern noch ein bisschen durch die Stadt bummeln und wir brauchten ohnehin ein Busticket nach Dar für den nächsten Morgen.

In Mombasa angekommen, suchten wir zuerst die uns empfohlene Unterkunft auf, was sich als einzigartige Schnitzeljagd entpuppte. Das „Mombasa Backpackers“ ist wirklich nett, aber in mehrfacher Hinsicht ein Geheimtipp, denn selbst wenn man direkt davorsteht, gibt es keinerlei Hinweis darauf, dass man schon lange da ist. Mit einem Dreiradtaxi, wirklich amüsant eigentlich, gurkten wir ungefähr eine Stunde durchs Gelände und haben wenigstens 7mal nach dem Weg gefragt. Selbiges Fragen führt immer wieder in Dillemata, denn sämtliche Afrikaner geben äußerst ungern zu, dass sie mal nicht Bescheid wissen und schicken einen deshalb lieber ins Nirvana als ihre Unwissenheit einzugestehen. Mehrmals endete unsere Fahrt demnach in Sackgassen.

Nun denn, unser Fahrer war nach dieser Tortour wirklich genervt, ließ sich aber immerhin wieder aufheitern. Ich schlug ihm vor, er soll vorn auf sein Taxi schreiben: „I know the Mombasa Backpackers!“ Nicht ausgeschlossen, dass das jetzt wirklich der Fall ist und wahrscheinlich bringt es ihm tatsächlich Kundschaft.

Eingecheckt und geduscht machten wir uns gegen 3 nochmal auf den Weg in die Innenstadt, nun wissender und per Matatu (Kleinbus) reisend. Wir stiebten quer durch die Stadt auf der Suche nach Attraktivitäten und dem Bus-Office. Das erste Mal in diesem Jahr war ich nun wirklich genervt von diesem Land. In Mombasa war es irre irre laut, überall trötet und brummt es, hunderte von Bussen und Taxis, Müll ohne Ende und unüberschaubar viele Menschen. Nicht wenige würden einem gern irgendwelchen Reis verkaufen und die Frage nach einem bestimmten Bus-Office führt einen meistens genau in ein anderes, weil jeder irgendwie jeden zu kennen scheint und die Büro’s Provisionen für vermittelte Kunden zahlen. Dazu die Hitze und ein bisschen Eile: Ich hatte die Nase voll und ganz ordentlich Kopfsc hmerzen. Nun denn, es half nichts: Wir fanden schließlich sowohl den gesuchten Busstand als auch die berühmten „Tusks“, die Elefantenzähne, die an einen sowohl an den Elfenbeinhandel als auch den Besuch der britischen Prinzessin 1956 erinnern.

Whatever. Am nächsten Tag ging‘s ja weiter nach Dar. Der Beginn der Reise ist bereits kurz beschrieben. Zu sagen wäre noch, dass die weiter unten beschriebene Holperstraße ein kleines eigens gewidmetes Wiegenlied verdient hätte in Gegensatz zu dem, was uns nach der Grenze (Visa=netter Plausch+50 Euro pro Nase) erwartet hätte. Ein Blogeintrag wäre dort mit keiner Tastatur der Welt mehr möglich gewesen, weil ob der Schlaglöcher und der nicht messbaren Geschwindigkeit des Fahrzeuges alles im Bus auf- und niederhüpfte.

Die Fahrt verlief, mit kurzem Stopp in Tanga, planmäßig, wenn auch wir ca. 17:30 Uhr später ankamen als ich gedacht hätte. Nun wohnen wir hier im Luther House, nicht außergewöhnlich, aber solide und hatten heute einen kleinen Ausspanntag mit Besuch des Fischmarktes (gefühlte ca. 1000 Liter brodelndes Öl auf 100 Quadratmeter) und Relaxen und Sonnenbrand einfangen am Kipepeo Beach.

An letzterem führten wir gleich mehrere Verhandlungsmarathons mit den andauernd aufkreuzenden Beachboys, die uns alles mögliche anboten. Ich glaube, ich bin kein besonders leichter Kunde für die armen Tansanianer, aber unser Rucksack war am Ende doch recht gut gefüllt mit Shukas, Kangas, Tingatingas und Briefkarten. Bis dahin sind die Boys aber mehrere Male beleidigt ob meines Preisvorschlages nöhlend abgezogen, um wenig später und teils wiederholt wieder aufzukreuzen. Aber ich hab ja nicht zuerst gefragt, ob mir jemand was verkaufen will…

Nun für heute genug. Wir sitzen nach einem weiteren Rundgang durch die Stadt inklusive auf Fahrradspeichen gegrillten Fleischspießchen (which meat ever?) im Hotelzimmer und trinken verbotenes Bier, denn Alkohol ist hier angeblich nicht erlaubt. Allerdings gibt es selbst im Restaurant dieses evangelischen Hauses jenen gut gekühlten Hopfenblütentee. Dort jedoch wird es in hübsch mit Servietten verpackten Flaschen serviert. (Eine Geschichte ähnlich der Maultaschen).

Morgen bleiben wir also noch hier, checken quer durch die Stadt und schaun mal, was uns erwartet. Am Donnerstag geht’s plangemäß weiter nach Moshi, wieder eine Tagestour, diesmal entlang der Pare Mountains. Vom Fuß des Kilimanjaro kann ich dann vermutlich wieder was zum Besten geben.

Soweit so gut, es grüßen Euch ganz herzlich Philipp und Samuel. Mungu awabariki!

Montag, 12. Juli 2010

on the road again

Wir haben 8 Uhr Ortzeit und sitzen nun schon wieder seit über 1 Stunde in einem Schüttel-Shuttle auf dem Weg von Mombasa nach Dar es Salaam. Die vorhin noch relativ nette Asphaltstraße verliert zunehmend an Qualität und ich treffe kaum noch die Tasten auf dem Telefon.
Hatten eine angenehme Nacht im Mombasa Backpackers, das wir allerdings Ewigkeiten gesucht haben. Es soll wohl ein Geheimtipp bleiben...
Heuto morgen kurz vor 6 Uhr Aufbruch mit einem 3Rad-Taxi, die kenianische Pünktlichkeit muss hier wirklich gelobt werden, unser gestern bestellter Driver war pünktlicher als wir selbst am vereinbarten Treffpunkt. Sind nun hin- und hergerissen zwischen Müdigkeit und Spannung auf die tansanische Grenze und die zu erwartenden Umständlichkeiten betreffs der üblichen (und zum Teil völlig zweckfreien) Formalitäten.

über den gestrigen Tag, durchaus der Rede wert, schreibe ich später noch ein paar Zeilen. Beste Grüße soweit von Philipp u. Sami

Sonntag, 11. Juli 2010

Mombasa

Gerade sitze ich mit dem Laptop auf dem Schoß auf der ebenerdigen Terrasse unseres kleinen Apartments südlich vom Mombasa am Diani Beach, als es im Baum ca. 7 Meter von mir entfernt tierisch anfängt zu rascheln, sich nicht wenige Äste und Blätter gen Boden bewegen und sich einen Augenblick später eine größere Anzahl von Affen blicken lassen, die anschließend ohne jede Scheu mit Kind und Kindeskindern den Weg vor unserem Hauseingang passieren. Und das alles ohne extra Gebühr für Safaris.

Nun also, wir sind wieder mal angekommen. Unser Tag begann mit einer kleinen Stadttour durch Nairobi und dem Besichtigen des Conference Centers, sowie des dazugehörigen Towers (siehe Bild) sowie der Stadt von oben (kein Bild).

Beeindruckende Vorsichtsmaßnahmen gaben uns ein unglaubliches Gefühl von Sicherheit: Am Eingang zum Gelände gab es ähnlich dem Flughafen Metalldetektor-Durchgänge, jedoch wurden unsere großen Rucksäcke sowie sämtliche anderen Gepäckstücke außen vorbei gegeben und die Schranke piepste trotz diverser Münzen, Schlüssel und Taschenmesser kein bisschen. Also alles ok.

Vor der Fahrt mit dem Highspeed-Aufzug nochmals Sicherheitskontrollen. Diesmal mit Röntgenscanner, der jedoch außer Betrieb war. Also flüchtige Taschenkontrolle und freundliches Nachfragen der Dame am Schalter, ob das sogleich aus dem Rucksack herausfallende Klappmesser zum Verletzen oder Töten bestimmter Personen auf der Aussichtsplattform gedacht sei. Mein verunsichertes Verneinen beruhigte die Dame sogleich. Nun dann: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. ?? Hmm...

Die Tour mit dem Zug von Kenya Railways war wieder ein kleines Abenteuer und o Wunder, wir kamen kein bisschen verspätet in Mombasa an. Von unserer Ankunft in Mombasa trennten uns in Nairobi allerdings auch ohne delay noch 14,5 Stunden Fahrt, die wir leider zum größten Teil in undurchdringlicher Dunkelheit zurücklegten. Wir reisten im Schlafwagen erster Klasse, etwas anderes ist laut aller Reiseführer auch für hartgesottene Backpacker nicht zu empfehlen. Der von uns benutzte Teil des Zuges war auch tatsächlich recht komfortabel, obgleich sämtliches Equipment im und am Zug noch zur Erstausstattung zu gehören scheint, also mindestens 80 Jahre alt ist. Die deutsche Kolonialzeit dürfte zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme zumindest noch nicht so lange vorüber gewesen sein, denn einige Beschriftungen gibt es sogar auf deutsch. Ein Däne erzählte mir später, dass er mit diesem Zug schon 1972 als damals 7-jähriger unterwegs war und sich außer dem Essen nichts wirklich geändert hätte. Es schien wohl so. Zur Entstehungsgeschichte von Kenya Railways und der Zugstrecke lohnt sich ein Blick in den Wikipedia-Artikel.

Zum Zeitpunkt unserer Abreise war es bereits stockdunkel und so blieb uns nicht viel mehr übrig als auf das Dinner zu warten und uns mit unseren frisch verheirateten amerikanischen Nachbarn im Zug zu unterhalten, die mindestens ihr halbes Abteil mit Gepäck und Bergsteigerausrüstung vollgestopft hatten und auf dem Weg zum Strand und später zum Gipfel des Kilimanjaro waren.

Das Abendessen bekamen wir – eine Stunde früher als erwartet im Speisewagen serviert und tatsächlich: Weiße Tischdeckchen und Kellner in weißen Luvres servierten eine Art Gulasch, panierte Hähnchen, Reis, Kartoffeln und einiges andere. Zwar musste man alles, was man nicht auf einem Teller serviert bekommt, extra bezahlen, aber whatever. Wir sind ja im Urlaub.

Inzwischen waren dann auch unsere Betten gemacht und eine Mütze Schlaf konnte uns nach den Sightseeingtouren der vergangenen Tage wohl nur gut tun. Die Türen sollten auf Anweisung der Schaffner nachts gut verschlossen werden, da bei Stopps des Zuges immer wieder Kinder in die Züge gestiegen wären und nicht selten selig schlummernde Passagiere um einige Wertgegenstände erleichtert hätten.

Bei ziemlichen Gerumpel und Geruckel, Gequietsche und Geknarre, bei dem so manch ein Leser dieses Blogs wohl kein Auge zugetan hätte, schliefen wir tatsächlich, zumindest etappenweise bis zum Schellen der Glocken am nächsten Morgen ca 6.30 Uhr. Das durch lautes Läuten auf sich aufmerksam machende Personal schien Gefallen am mehrmalig wiederholten Passieren unseres Abteils zu haben, so dass Samuel überlegte, die Glocke als Souvenir mit nach Hause zu nehmen.

Nun denn, es erwarteten uns nur noch 3 Stunden und ein Frühstück, bevor wir den Bahnhof Mombasa erreichen würden. Inzwischen war es schon sehr hell und immer wieder säumten den langsam fahrenden oder gar stehenden Zug größere Mengen von Kindern, die teils winkend, teils um Geld bittend auf sich aufmerksam machten und darauf hofften, dass der alte Zug mit seinem wertvollen Inhalt irgendetwas verwertbares fallen lassen würde, was wohl auch hin und wieder vorkam.

Schon kurz vor 10, also lange vor Samuels üblicher Aufstehzeit erreichten wir Mombasa und erlebten eine erstaunlich ruhige Ankunft. Kaum nervende Taxifahrer, eigentlich gar keine Flycatcher, dafür aber mildes Klima und Sonnenschein.

Nun fielen uns nochmals die anderen Zugwaggons auf, aus denen teils schwer bepackte Menschen, überwiegend Frauen, mit etlichen Säcken Mais und anderen Rohstoffen geklettert kamen. Was muss das für die Afrikaner wohl für ein Empfinden sein, dass es die Wazungus offenbar niemals nötig haben, größere Mengen Essen zu transportieren, sich einfach überall alles kaufen können und jede Menge Geld zu haben scheinen, obwohl sie zu Hause noch nicht mal ein anständiges Feld oder wenigstens eine Kuh ihr eigen nennen. Wenn man unser Gepäck mit all dem technischen Schnickschnack, dem Outdoor-Equipment und den zum Leben an sich überflüssigen Gadgets neben das jener maissackbepackten Mutter unzähliger Kinder legen würde, ergäbe sich ein groteskes Bild. Fraglich, wer mitten in der Pampa länger überleben könnte…

Vom Bahnhof ging es gemeinsam mit Andrea und ihrem Sohn Jonas, 2 Deutschen, die wir spontan am Bahnhof trafen, denn die Welt ist klein, per Taxi und Fähre weiter Richtung Süden Mombasas an den Strand, wir versuchten high life und ohne Reservierung eine Übernachtung zu bekommen, was dann auch für den entsprechenden Preis problemlos glückte.

Inzwischen sind wir hier in einer verhältnismäßig komfortablen Lodge mit Pool untergekommen, haben ca 300 Meter bis zum Strand zu laufen und einen Pub mit TV gleich um die Ecke.

Auch das letzte Spiel der schon wieder schwarz gekleideten Truppe haben wir also nicht verpasst, auch wenn die Stimmung lange nicht so geladen war wie beim letzten Spiel in der dt. Schule in Nairobi.

Trotz des Luxus‘ und der inzwischen verschwundenen Äffchen geht’s heute Mittag zurück nach Mombasa Town für eine kleine Stadtbesichtigung und zum hoffentlich erfolgreichen Buchen der Bustickets nach Dar es Salaam für morgen früh. Dort findet man uns dann bis Mittwochmorgen im Lutheran Hostel direkt am Hafen. Karibuni sana!


Freitag, 9. Juli 2010

warten auf den Zug

Sitzen nun halbwegs ermüdet am Bahnhof in Nairobi, während gerade unser Zug einfährt. Offenbar geht hier die Kategorisierung bis zur 4. Klasse, wobei letztere eigentlich eher wie ein Viehwagen aussieht. Gerade ist ein anderer Zug abgefahren, da hingen am letzten Wagen die Menschen dran wie sonst nur bei den Matatus in der Stadt. S-Bahn surfen scheint langweilig zu sein dagegen.

Samuel schlurft gerade entlang der Gleise und ist ziemlich beeindruckt von der afrikanischen Welt. Ich derweil erkunde die Emailfunktionen meines Telefons und versende geistreiche Einträge. A propos, die Handy-Auswahl an den Shops der Stadt ist beeindruckend. Habe vorhin mein Wunschhandy nokia E75 zum Traumpreis von 7900 KShilling (ca. 80 Euro) entdeckt und war einigermaßen überrascht, dass es das hier auch mit Dual-Sim gibt. Allerdings: ein kurzer Blick unter die Akku-Abdeckung entzauberte die Überraschung: Nckia heißt die schwedische Marke wohl doch nur in Kenia :o) oder die Dame am Fließband hat sich vertippt.

In weniger als einer Stunde sollte es jedenfalls losgehen und ich freu mich schon so auf das Dinner (20.45) und noch viel mehr auf das Bett. Nimechoka sana!

Tumetembelea mji mkuu

... was nicht mehr heißt als: wir waren in Nairobi!

Wie bereits vermutet war das Wetter gestern nur wenig erfreulicher als die Tage zuvor, so dass wir den Tag wieder langsam angingen und uns zwecks der Abholung unserer Zugtickets für einen Halbtagesausflug nach Nairobi entschieden.

Der Vormittag war, wie früher bei Mutti üblich :o) für das Putzen des Hauses reserviert, was sich hier rein optisch leider so gut wie immer lohnt, so lange man davon absieht, den Effekt länger als ein paar wenige Augenblicke bewundern zu wollen. Trotz des feuchten Wetters ist es immer sehr staubig und weder Fenster noch Türen sind irgendwie wasser- geschweige denn luftdicht, so dass alles immer schnell dreckig und zur Zeit ebenso klamm wird.

Meine gute Tat des Vormittages war das Sanieren des Hauseingangs mittels Hacke, Spaten und Schaufel. Letztlich gab es, das war das eigentliche Ziel, eine gute Schicht groben Kies obendrauf, so dass man sich jetzt an der Illusion erfreuen kann, künftig etwas weniger Schlamm mit in die gute Stube zu schleppen. Na mal sehen.

Zum Mittag beglückte uns Susi’s zeitweilige dänische Mitbewohnerin und Voluntärin Sarah mit einem durchaus kreativ gestalteten Nudel-Gemüse-Ei-Mittagsmenü, nicht ohne dass uns vorher 3 Liter Nudelwasser aufgrund des wackeligen Kochgerätes quer über den ganzen Küchentisch geschwappt wären. Aber es war ja Putztag, also: welch günstige Gelegenheit, auch in der Küche reinen Tisch zu machen!

Ohne Eile sind Samuel und ich irgendwann am frühen Nachmittag vorbei am Friseurladen (siehe Bild) nach Nairobi aufgebrochen, hauptsächlich, um die reservierten Zugtickets abzuholen und eben ein bisschen durch die Stadt zu schlendern. Auffällig war erstens, wie offenbar in jeder größeren afrikanischen Stadt, dass permanent massenweise Leute (und wenigstens ebenso viele Autos) auf der Straße unterwegs sind, die ablesbar am Lauftempo sogar ein halbwegs konkretes Ziel zu haben scheinen. Es ist immer ein bisschen wie nach einem Fußballspiel.

Gewundert hab ich mich zweitens, dass ich in der Riesenstadt fast keine Wazungus, als farblose Menschen getroffen habe, womit sich die ermutigende Tatsache verbindet, dass auch wenige Touri-Catcher mit bunten Souvenirs und anderem Kram unterwegs sind, die einem wahrlich auf den Keks gehen können, weil sie pausenlos ihre Dienstleistungen und Waren an den vermeintlich geldsprudelnden Europäer verkaufen wollen.

Insofern waren wir sehr entspannt unterwegs, fanden auch gleich den Platz des Autos mit Rauch (steheni ya gari la moshi= Bahnhof) und schlenderten später genüsslich ziel- und zeitlos durch Nairobis Straßen.

Zum Abschluss unseres kleinen Haupstadt-Ersteindruckes verkrümelten wir uns in eine ausgewählte Einheimischen-Fastfood-Spellunke und verspeisten schmatzend Chipsi na Mayai mawili (Pommes mit 2 Spiegeleiern) und ähnliches.

Ein kleines Abenteuer sind jedes Mal die Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Wie in Tanzania gibt es auch in Kenia seltenst Fahrpläne und erfahrbare Abfahrtszeiten. Obwohl: Würde man beim Busfahrer nachfragen, dann geht es natürlich absolut sofort los, wobei „sofort“ eine Zeitspanne von 10 Sekunden bis 3 Stunden bedeuten kann. Tatsache ist: Der Bus fährt ab, wenn alle Plätze besetzt sind; also sucht man sich in der Eile möglichst einen Platz in dem quetschend vollen Bus, weil der vermutlich nicht mehr so lange wartet.

Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt es nur offiziell, aber die scheinen genauso wie die Ampeln eher Empfehlungscharakter zu haben. Sicherheitsgurte sind selten vorhanden, funktionieren noch seltener und werden eigentlich nie benutzt. Speedbumps- also Bodenwellen auf der Straße, meistens gleich 4 oder 5 hintereinander zur Geschwindigkeitsbegrenzung dienen eher dem schnellen Verschleiß der Stoßdämpfer als dem eigentlichen Zweck, insofern ist jede Busfahrt ein kleines Gebet wert und genaues Beobachten der Fahrweise ist dem entspannten Reisen eher hinderlich.

Angekommen bin ich bis jetzt noch immer, und außer einem Plattfuß und einem vom Dach gefallenen und auf der Straße förmlich zerplatzenden Koffer gab es keine nennenswerten Zwischenfälle. Und selbst diese passierten schon vor 7 Jahren in Tansania.

Ziemlich witzig sind die Motorradtaxis (in Kenia bodaboda genannt, in TZ pikipiki), die man hier fast überall bekommen kann und die im Zweifelsfalle auch für 2 Leute (also dann 3 auf einem Motarrad) ausreichen.

Ein solches nahmen wir auch gestern abend für das letzte Stück von Limuru town hier hoch zum NEST, nicht ohne, dass mein Fahrer einmal mitten in der finsteren Pampa seine Kiste abgewürgt oder wie auch immer zum Schweigen gebracht hätte. Aber hakuna matata, ein paar beherzte Tritte brachten das Gefährt wieder zum Laufen und wir erreichten wenig später das Ziel.

Heute nachmittag geht’s wie geplant wieder nach Nairobi, von dort mit dem Nachtzug nach Mombasa. All inklusive: mit Dinner, bedding und breakfast. Und weißen Tischdeckchen im Abteil.

Soweit also geht’s uns beiden bestens, alles läuft, wenn man so will nach Plan und wir genießen die Zeit hier sehr. Mal sehen wie es in Mombasa wird. Etwas mehr Sonne und etwas weniger Nebel wäre ganz nett.

So denn, bis bald, es grüßen Euch herzlich Philipp und Samuel. Godblessyoutooooo!

Mittwoch, 7. Juli 2010

piga picha

Schon wieder ist es auch bei uns nach Mitternacht und Gott sei Dank ist das Internet hier leichter verfügbar als sauberes Trinkwasser. Aber das ist nur eine der weniger kuriosen Kuriositäten, die hier den Alltag einrahmen.

Für den Anfang, also unseren ersten ganz normalen Tag in Kenia (hier ins Bett gegangen, hier aufgewacht) sind wir heute auf dem Gelände des NEST geblieben, wo Susi zur Zeit die Rolle der Admistratorin übernommen hat und manchmal mächtig auf den Putz hauen muss.
Das NEST ist, wenn ich das soweit richtig verstanden habe, eine Art Kinderheim für Kinder, deren Eltern aus verschiedensten Gründen gerade hinter schwedischen Gardinen ihre Mahlzeiten zu sich nehmen, wobei mit jenen Gardinen weder Anno Sanela, noch Evabritt, noch andere Ivar- Freunde gemeint sind.

Während Susi's Bruder Samuel, mit dem ich die kommenden 2,5 Wochen gemeinsam unterwegs sein werde, noch vom warmen Deutschland träumte (hier ist es zur Zeit ziemlich frisch und klamm, selten über 20 Grad), trabte ich nach einem flotten Frühstück im Volunteers-Haus schonmal mit zur alltäglichen Morning Devotion und erlebte sozusagen einen ganz normalen Tag mit Staff und Kids mit. (so fromm wie auf dem Bild kucken die Kids allerdings eher selten.) Meiner ungeprüften Schätzung nach wohnen im NEST etwa 40 Kinder zwischen 2 und etwa 9 Jahren, die hier gemeinsam leben, zur Schule gehen oder einfach nur rumdallen, spielen, Quatsch machen und sich über Besucher freuen.
Vormittags sind die Kids allerdings außerhalb des Wohn-und Spielgeländes, entweder in der Pre-School, einer Art Kindergarten mit einigen Lerneinheiten oder der Primary School, sprich Grundschule gut aufgehoben.
Da bin ich einfach mal mit den Kids mittleren Alters mitgelaufen und hab zumindest den Beginn des Kinder-Alltages miterlebt. Da wurde viel gesungen und gebetet und weil ich schonmal da war, gab es auch gleich ein Begrüßungslied für mich. Das war very süß.

Weil es da keine wirkliche Aufgabe für mich gab, außer mich an den knuffigen Kindern zu freuen, bin ich über die Straße zurück aufs Wohngelände getigert, wo es eigentlich immer was zu helfen gibt. Da hab ich erstmal gute 10 Meter Maschendrahtzaun mit Rostschutzfarbe gestrichen, was nicht sonderlich aufregend, aber wohl doch irgendwie nötig war.
Nach dem Mittag, Mahindi Choma- gegrillten Maiskolben direkt vom Weihnachtsmann auf dem Dorfmarkt, versammelte sich die Mitarbeiterschaft zum Meeting, und Samuel und ich waren währernddessen für die Aufsicht der inzwischen zurückgekehrten Kinder zuständig, für die ein realtiv großzügiges Spielplatz- und Wiesengelände zur Verfügung steht. Sehr sehr witzig ist das und die Kinder sind echt unglaublich lieb. Zu uns so gut wie immer und untereinander zumindest meistens.
Piga Picha! - Schieß ein Bild! ..habe ich ziemlich oft gehört, wobei das Betrachten der digitalen Aufnahme selbstverständlich zur Zeremonie gehört.

Nicht dass einer denkt, wir wären hier irgendwie ab vom Schuss: Die Niederlage der deutschen Mannschaft haben wir schließlich heute abend in der deutschen Schule in Nairobi miterleben müssen, wobei sämtliche Kenianer seit dem Ausstieg von Ghana zu Deutschland-Fans geworden sind. Hat dann aber leider doch nicht gereicht.
Für den ca halbstündigen Rückweg teilten wir uns in ein Taxi, wobei der letzte Kilometer ob der Holperstraße nur noch Gekrache und Gequietsche war und ich hätte wetten können, dass es über den Acker geschmeidiger gelaufen wäre.

Für morgen ist das Programm noch unbestimmt. Das Wetter ist für afrikanische Verhältnisse ziemlich lausig, so dass wir nicht sicher sind, ob wir den geplanten Tagesausflug in einen nahegelegenen Nationalpark machen. Zu erleben gibt es schließlich auch direkt vor der Haustür genug. Am Freitag gehts aber in jedem Fall mit dem Zug von Nairobi nach Mombasa an die Küste, ein oder zwei Tage später dann Richtung Süden nach Dar es Salaam in Tansania. Von dort aus eventuell nach Sansibar oder Bagamoyo, anschließend aber auf der tansanischen Seite westlich Richtung Moshi und von dort aus über meinen eigenen ehemaligen Praktikumsort Leguruki//Kingori über Arusha zurück nach Nairobi. Das ist zumindest der Plan. Aber man sollte nicht vergessen: wir sind in Afrika. Kann auch alles irgendwie anders kommen. Oder eben nicht :o)

Soweit so gut. Ganz liebe Grüße für heute nochmal aus Limuru. Mungu akubarikiwe!

Dienstag, 6. Juli 2010

sprachlos

eigentlich habe ich vorhin einen kleinen Versuch gewagt, eine Art Tagebucheintrag hier hinzutippen, aber ich bin beinahe kläglich gescheitert.
Innerhalb von weniger als einem Tag ist einfach schon viel zu viel passiert, als dass ich hier einen halbwegs vollständigen Eintrag hinbekommen könnte. Ein sehr komfortabler Flug, trotz economyclass mittels kleiner Tricksereien, viel Spaß mit türkischen und tansanischen Behörden, eine nächtliche Taxifahrt inklusive erschreckend eindrücklicher Besichtigungsmöglichkeit funktionstüchtiger Meschinengewehre, eine ziemlich kurze Nacht ohne Netz und doppelten Boden und ein wunderbares Aufwachen in einer seltsam gewohnten aber unbeknnten Umgebung.
Das sonderbare Gefühl, in all den Jahren niemals wirklich weg gewesen zu sein und die Sprache immer noch erstaunlich gut zu verstehen und tatsächlich auch ein bisschen zu sprechen, beflügelt Begegnungen und Erlebnisse in beeindruckender Weise.
Ich freu mich wahnsinnig, hier sein zu können und genieße gerade selbst den miefenden Staub wie ein Feinschmeckermenü.
Für heute aber schließt die Kantine, vielleicht morgen mehr....

Montag, 5. Juli 2010

Auf dem Absprung

So. Ende der Schweigezeit.
Ohne alle Ereignisse des letzten halben Jahres zu benennen, geschweige denn online-exhibitionistisch auzuwerten, soll hier in den nächsten Tagen immer mal wieder was zu lesen sein.
Unwesentlicher Anlass diesen Entschlusses: Ich bin auf dem Weg nach Kenia!! Juhuu.

Nach einem ohnehin nicht ereignislosen Sonntag mit Familiengottesdienst und Gemeindefest bin ich gestern abend noch nach München gedüst und werde von hier heute morgen, also gleich nachher zusammen mit Samuel, einem Freund und Bruder einer Freundin über Istanbul nach Nairobi fliegen. Im Moment ist das Gefühl, irgendetwas wichtiges vergessen zu haben, noch nicht ganz eliminiert, im Großen und Ganzen fühl ich mich aber gut vorbereitet.
Unsere Reise geht von Nairobi morgen früh nach Limuru ins NEST zu Susi, die dort in einem Integrations-und Rehabilitationsprojekt arbeitet; von da machen wir uns am Freitag per Nachtzug auf den Weg nach Mombasa.
Später reisen wir weiter Richtung Süden über die Grenze nach Dar es Salaam, Tanzania, verweilen ein wenig und traveln letztlich auf der tansanischen Seite wieder gen Osten nach Moshi. Dort werden wir meinen Freund Clive Ashton treffen und vielleicht auch ein paar andere bekannte Gesichter aus meiner Praktikantenzeit.
Nicht ohne auch in Leguruki vorbeigeschaut zu haben, wo ich von 2002-2003 selbst ein Jahr gearbeitet habe, gehts zum Schluss nach Arusha und von da über Nairobi wieder zurück nach Limuru.
So ist zumindest der grobe Plan, wohlwissend, dass in Afrika am Ende doch immer alles ein bisschen anders kommt.
Ein bisschen Probleme macht gerade im wahrsten Sinne des Wortes meine rechte Achillesferse, genauer gesagt die enthaltene Sehne, deren Scheide in den letzten Tagen ein bisschen entzündet war. Bin eifrig am Massieren mit Voltaren und Co und hoffe, dass wir nicht gleich in den ersten Tagen allzulange Gewaltmärsche mit vollem Gepäck durchziehen müssen.

Auf jeden Fall werde ich mir Mühe geben, Euch ein wenig mit auf meine Reise zu nehmen und hier ggf. immer mal eine Notiz zu hinterlassen.
Safari njema, liebe Bloggemeinde, tutaonana! Akubarikiwe!

Dienstag, 2. Februar 2010

Blick nach vorn

Pünktlich zu meinem Geburtstag haben die Wise Guys ein neues Album veröffentlicht. Echt nett, nicht wahr? Und irgendwie finde ich dieses Lied hier gerade sehr sehr wohltuend:

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Don't know Y

Manchmal sollte man sich selbst und seine Fragen nicht so ernst nehmen *g*
Danke, M!

Freitag, 18. Dezember 2009

frosty days

Warme Gedanken müsste man sich machen angesichts der Temperaturen, die neuerdings das Tief Vincent Gesamtdeutschland beschert.

Fast hätte sich meine Thermometeranlage geweigert, die frühmorgendlichen -15 Grad Celsius anzuzeigen, nachdem ich auf dem ansonsten eher kurzen Fußweg ins Jugendwerk schon an den erst blassen, später glühenden Ohren merkte, dass es doch deutlich winterlicher geworden ist. Fein pulverisierter Schnee beschert der Stadt und dem Umland zudem schon seit dem Wochenende Schlitterbahnen allerorts und ich habe das zum Anlass genommen, nun wenigstens ein Paar neue Winterreifen zu kaufen.

Die 2 neuen Reifen vorn oder hinten drauf ziehen? Na, VORN, würde man gewöhnlich sagen, auf die Antriebsachse. Falsch, sagt der Fachmann, „das Fahrzeug würde von hinten geführt“.

Hab ich mich also drauf eingelassen und die nagelneuen Bemmen etwas misstrauisch hinten dranschrauben lassen. Und siehe da, es klappt tatsächlich. Vorn kann man kurbeln, lenken& gegenlenken, schlittern, aber der Hintern bleibt in der Spur und bricht nicht aus. Falls also mal jemand vor einer ähnlichen Entscheidung steht … auch an unscheinbaren Stellen ist ein besseres Profil von Bedeutung. Lektion des Tages: Antreiben ist nicht gleich Führen.

A propos hinten nochmal: gleich mehrfach musste ich heute durch die zum Glück vorhandenen Hintertüren des Autos einsteigen und mich dann schlangenmenschgleich nach vorn winden, weil weder Fahrer- noch Beifahrertür von innen oder außen aufzubekommen waren. Auch nicht mit Schlossenteiser, WD40 oder Silikonspray :o(. Aber meine Einstiegsmanöver sahen bestimmt witzig aus.

Ansonsten… beschert die Kirchenjahreszeit gerade das übliche Theater, in dem es wie jedes Jahr um eine recht ähnliche Story geht, die zu inszenieren auch dieser Tage mit den kleinen und größeren Kiddies recht lustig ist. Morgen vormittag haben wir die Generalprobe und am Sonntagmorgen 10.00 Uhr Aufführung im 4.-Advents-Gottesdienst. Und wie immer muss ich aufpassen, dass ich nicht aufgeregter bin als die Kids.

Wer dabei sein möchte: Sonntagmorgen 10.00 Uhr in der Christuskirche, Richardstraße 8 in 08064 Zwickau. Bis dann oder später, godblessyoutooooo!

Dienstag, 1. Dezember 2009

Advent?

Zuerst hatte ich ja gedacht, Weihnachten muss dieses Jahr ohne mich stattfinden. Ohne meine Anteilnahme, ohne meine Vorfreude, ohne meinen eigenen Advent.
Auf was sollte ich
schon warten… dieses Jahr… schon wieder… immer das gleiche… und dann noch das… Die ganze kitschige Weihnachtsdeko der Fußgängerpassagen und Einkaufstempel mit ihrem künstlich prallen Tannengrün und hyperkitschigen gold- und silberfarbenen Glaskugeln in Übergröße - das könnte mir doch alles gestohlen bleiben, wenigstens dieses Jahr. Nicht auch noch in unserem Wohnzimmer!

Aber dann ist er mir doch wieder in den Sinn gekommen: Der Stern. Klein und unscheinbar. Aber umso deutlicher zu sehen, je finsterer es um mich herum wird. Der Stern, der schon ganz anderen Zeit- und Unzeitgenossen Orientierung gegeben haben soll. Der Stern, der den Weg weisen soll zu Unglaublichem, das keiner ahnt und keiner denken kann.

Also ... musste ich doch im Keller Kisten sortieren und zunächst mal eine ganz triviale Suche starten.

Nun leuchtet er mir und erinnert mich - je dunkler, desto besser - an eine Hoffnung, die niemals endet. Und mit ihm zieren ein paar liebevoll ausgeschnittene Filzsternchen und Tannenbäume im Hosentaschenformat die Wohnzimmerfenster.


Was aber bleibt zu hoffen? Ich weiß es noch nicht. Ich ahne es noch nicht mal.
Zu hoffen bleibt erstmal, dass die Hoffnung bleibt. Schalom!

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Donnerstag, 8. Oktober 2009

die einzig stabile Währung

"Neuer Tag, neues Glück, wie wirds wohl heute sein? [...]"

Nee, nich zu den Wise Guys gehts heute abend (das erst im November!), sondern zu einem Keimzeit-Konzert nach Dessau.
Und ich freu mich! Sind zwar nicht alle Titel und Texte des Herrn N. Leisegang so euphorisch und treuherzig, verheißt aber der Titel des neuen Albums tatsächlich durchaus Hoffnungsvolles.
Werde also den heutigen Tag damit verbringen, die Platte noch ein bisschen rauf und runter zu hören, damit ich heute abend schön mitsingen kann. Bleibt nur noch zu hoffen, dass mein dicker Klumps im Hals sich demnächst löst und der Anflug einer Erkältung sich per Express-Retour wieder verdünnisiert. Und falls sich jemand von Euch heute abend in die Dessauer Marienkirche verirrt, dann sehen wir uns!

Mittwoch, 7. Oktober 2009

verkorkst?

tja, leider läuft nicht alles so glatt wie man sich das wünscht.
Das Auto ist nun endlich wieder da, der Endschalldämpfer ist neu, die neuen Reifen sind drauf, TüV und AU sind neu, nur der Tacho geht immer noch nicht. Und ich bin einige Euros losgeworden *heul*.

Gerade bereite ich die letzte Kinderkirchenstunde vor den Ferien für die 1. Klasse vor und versuche momentan, eine Geschichte mit Korken zu inszenieren. Na, hat jemand eine Idee, um was es sich handeln könnte?