Montag, 30. Juli 2007

biggest Ikea ever

Hey folks.
Die Wohnung wird wohnlich. Nachdem ich gestern die Zusage für eine ziemlich großzügige Umzugsunterstützung von Seiten meines Anstellungsträgers emK bekommen habe, sind wir doch heute gleich mal zum schwedischen Schwammkiefer-Möbeldesigner losgezogen und haben dem tischlerfeindlichen Konzern einen ordentlichen Umsatz beschert. Sorry also, das Besteck als Einzugsgeschenk kommt nun zu spät, denn seit heute gibts auch für 3 und mehr Leute Messer UND Gabel zum nunmehr kultivierten Verzehr der Mahlzeiten.

Allerdings: Mehr als einen Kofferraum voller Material und Bastelkram haben wir seit 16.00 bis jetzt schon wieder verbaut. Fast wirds langweilig. :o)

Aber ich will mich jetzt nicht so lange hier aufhalten. Die liebste Almut und meine Wenigkeit werden jetzt noch ein wenig durch Zwickaus Innenstadt schlendern. Bis bald also!

Mit einer kleinen Einzugsparty nächste oder übernächste Woche darf übrigens gerechnet werden.

Liebe Grüße!

Freitag, 27. Juli 2007

Film ab!

Damit ihr Euch ein Bild von meiner neuen Wohnung machen könnt, bin ich heute mal mit Almuts Kamera durch die Bude gepirscht. Die Vorschaubilder sind nicht so der Brüller, aber schaut doch mal den Rest an. Viel Spaß!

Teil 1:




und Teil 2:


PS.: Der Gag mit Günter Wallraffs "Ganz unten" kommt leider nich so gut rüber, weil das Bild einfach zu unscharf ist. Und außerdem: gibts irgendwo ne gut günstige freeware Videoschnittsoftware? So im Stil von Audacity? Hilfreiche Hinweise werden gern entgegengenommen.

Donnerstag, 26. Juli 2007

nur noch 6 Kartons

Grüße nun aus Zwigge, der Ex-Trabbi-Stadt.
Seit noch nicht ganz 48 Stunden wohne ich jetzt hier in der 3. Etage am Zwickauer Neumarkt und ich fühl mich ganz schön wohl.
Der Umzug lief dank Frank, Jens, Jan und Almut echt spitze. Da wir in Borna schon am Vortag alles Parterre buggsiert hatten, ging das Verladen meiner wenigen Dutzend Kubikmeter echt flux und wir waren mittags schon lange in Zwickau. Beim Ausladen hier halfen mir noch meine Kommilitonin Sarah und ein Kumpel Stephan aus Zwickau. Danke!!!

Das meiste ist nun eingeräumt und aufgebaut, die Lampen hängen und die anderen technischen Geräte -seit heute morgen auch Internet über "blue cable" und WLAN (sorry Markus) - laufen wunschgemäß.

Meine Bude hier ist echt großzügig eingerichtet und eigentlich für 2 gedacht, was ja erstmal nicht ganz verkehrt ist. Da hat die liebe Almut jedenfalls auch immer Platz, ohne dass wir uns auf die Füße treten müssten.
Dank einiger Umstände bin ich auch mit Möbeln ziemlich gut versorgt, denn schließlich musste ich mir innerhalb recht kurzer Zeit und mit recht wenig Geld fast eine komplette Wohnungseinrichtung zusammenorganisieren. Jetzt habe ich hier sehr viel mehr als nur das Nötigste und erlaube mir hiermit, alle wohlgesinnten Freunde herzlich einzuladen :o) Leipziger Straße achtzehn. Karibuni sana!
Zur Wohnung gehört auch ein riesiger Balkon, auf dem man gut zu zehnt speisen könnte und der nächste Woche noch ein bisschen gemütlich gemacht wird. Jehuu!

Ja, ich weiß auch nicht, was ich noch sagen soll. Es geht mir echt gut. Nächste Woche beginnt meine Arbeit in der Evangelisch-Methodistischen Gemeinde Zwickau oder besser GemeindeN. Dort werde ich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, Familiengottesdienste gestalten und allerlei andere Gruppenarbeit veranstalten.
Im August ist aber dank der Schulferien noch nicht so viel los, so dass mir genügend Zeit bleibt für eine Art "gemeindepädagogische Erkundung". Schließlich gehören zu meinem Arbeitsbereich wenigstens 5 verschiedene Orte, einer davon eine Art Filialie in Altenburg (lächerliche 35 km von hier), wo sich vor einiger Zeit eine Tochtergemeinde formiert hat. Da bin ich generell gespannt!

Jau. Soviel für heute. Morgen steht nochmal räumen, schrauben, sägen, saubermachen auf dem Plan, bevor dann das meiste dort ist, wo es endgültig sein soll. Almut ist in den nächsten Tagen noch hier und ist mir eine unglaublich große Hilfe. :o)
Für die restlichen 6 Kisten, im Übrigen alles Bücher, fehlen mir lediglich die Regalmeter. Hat noch jemand etwas Ivar übrig?

Liebe Grüße, GODBLESSYOUTOOOOO!

Dienstag, 24. Juli 2007

Die Welt steht kopf

Ist ein bisschen peinlich, dass ich wieder eine halbe Ewigkeit gebraucht habe, bis hier endlich mal wieder ein paar Neuigkeiten zu lesen sind.
Und ich schätze, ich hab mir einfach mal wieder zuviel vorgenommen, was ich hier alles veröffentlichen wollte und währenddessen so lange wartete bis es... einfach zuviel wurde.

Es ist aber auch eine Menge passiert. Diplomarbeit ist Vergangenheit. YES!
Am 3. Juli war der Termin meiner Verteidigung, nachdem ich am Abend des 2. Juli fast gestorben bin. MANNN war ich aufgeregt. Das ging ja gar nicht.
Bei uns läuft die letzte Examensprüfung so, dass man während des Kolloquiums die Arbeit anhand einer vorher angefertigten und auch abgegebenen Tischvorlage in Form eines Thesenpapiers o.ä. vorstellt, dafür sind 10 Minuten Zeit. In den verbleibenden 20 Minuten wird man dann befragt. Zunächst von den beiden Prüfern, die die Arbeit gelesen haben, später von denen, die nur das wissen, was ich erzählt habe. Da kommen dann die sogenannten Joker-Fragen :o). Naja, die ham mich ganz schön in die Mangel genommen und teilweise dachte ich nur noch: Uuuuurg... wenn das man gut geht.

Jau, es war dann doch sehr geil, kann ich echt nicht jammern. Und muss feststellen: doch wieder ein Geschenk! Das Ergebnis??? Man erkundige sich nach dem Titel eines Filmes von James L. Brooks mit Jack Nickolson und Helen Hunt in den Hauptrollen.
Halleluja!

Den Rest der letzten Wochen will ich kurz zusammenfassen. Am Anfang steht eine sehr sehr aufwendig inszenierte und echt saucoole Abschlussparty, die uns das 6. Semester spendiert hat.
Echt der Hammer.
Am Tag darauf habe ich meine sieben mal sieben mal sieben Sachen in Moritzburg zusammengepackt, einen T5 bis unters Dach bepackt und erstmal wieder nach Borna gezogen. Für gute 3 Wochen, wohl gemerkt.
Am Wochenende war dann hier Gemeindefest, auch sehr
schön. Und mampfe-lecker. Einer meiner besten Freunde Jens war auch da.

Am Montag gabs nen Kurztrip nach Zella-Mehlis. Da haben Bekannte ein Haus geerbt, was nun verkauft werden sollte- und da gabs ne Menge Möbel abzufassen für meine neue Wohnung.

Dienstagnacht gings erstmal mit Almut in den Urlaub. Wir fuhren wegen der sengenden Hitze und der fehlenden Klimanlage abends los, so dass uns der Hitzetod erspart blieb. Unser Ziel war die polnische Ostsee, genaugenommen Pobierowo, ein Zeltplatz mit dem verheißungsvollen Namen 7 ZAB, auf deutsch "7 Frösche".
Dort trafen am Mittwoch auch noch Tabea, Marit, Elli, Anne, Jo und Jens ein, mit denen wir unweit des Strandes, am Strand oder im Wasser eine echt schöne Zeit verbrachten.

Sonntagabend: Zurück in Borna.
Montag und Dienstag: Umzugsvorbereitungen. Unglaublich, wieviel Zeug ich habe. Inzwischen ist zumindest der Teil, den ich in meine Wohnung nach Zwickau mitnehmen möchte, verpackt und ins Parterre transportiert.
Morgen gehts los. UMZUG. WAAAAH.
Zu hoffen bleibt nun nur noch, dass es nicht schifft wie aus Kannen und alles einigermaßen glattläuft. Notfalls auch so, wie ichs geplant habe. ;o)

Das nächste Mal meld ich mich dann aus Zwickau. Liebe Grüße bis dahin. Bleibt alle behütet und gehabt Euch wohl!

Sonntag, 1. Juli 2007

noch mehr Bilder von anno dazumal

da ich schonmal dabei bin, habe ich ins StudiVZ nun noch eine größere Bilderserie hochgeladen. Diesmal handelt es sich um zumindest lange nicht mehr veröffentlichte Bilder von 2002/2003. In dieser Zeit war ich für 12 Monate in Tansania.... viel Spaß

Freitag, 29. Juni 2007

...solutions


Taizé und Geneve - Bildersammlung (KLICKEN!!!)

Siehe da, ich habe ein Problem gelöst. Ja verflixt, es hieß tatsächlich Windows. Danke Markus.
Als nämlich ... ich heute versuchte zum Ausdruckenlassen ein paar Bilder bei Schlecker.de hochzuladen, riss mein mit mir gerade angefreundeter Schläpp ganz unvermittelt schon wieder die Hufe hoch. Das machte mich dann doch etwas skeptisch.
Kurzerhand trennte ich mich vom ach so gepriesenen "Antivir" und bekannte mich ein weiteres Mal zu meiner langepflegten Sympathie zu Peter Norton, der es sich offenbar zum einträglichen Lebenswerk macht, die salzig und fad schmeckende Suppe des Bill Gates auzulöffeln. Ob seiner Demut kann er sich inzwischen vermutlich besseres leisten...

Jedenfalls fand der Virencheck von Herrn Norton tatsächlich eine verdächtig anmutende Datei namens o.exe im Windows-Systemordner, mit dem ungebetenen Anhang namens "Downloader". Trotz der unverdächtigen, wenn nicht gar durchaus verheißungsvollen Titel war jenes Syndikat offensichtich für meine verlorengegangene Uploadfähigkeit verantwortlich, die sich gleich nach meiner Trennung von diesen bösartigen Schmarotzern wieder herstellte.
So einfach ist das also.

Wenn ich dann in wenigen Wochen ein mit regelmäßigem Verdienst ausgestattetes Amt begleite, kann ich mir ja mal wieder überlegen, ob ich mich nicht letztendlich doch noch am Anmalen der goldenen Nase von Steve Jobs beteiligen möchte...

Donnerstag, 28. Juni 2007

neue Fotos

da mein Picasa-Upload immer noch nicht in Gang zu bringen war, habe ich jetzt bei StudiVZ einen ziemlich großen Bilderordner für unserer Fahrt nach Frankreich angelegt.
Leider sind die Bilder, da von 6 verschiedenen Kameras mit asynchronen Datumseinstellungen, ziemlich durcheinander und ich habe den Sortierversuch nach kurzer Zeit wegen bereits glühendem Klickfinger aufgegeben.

Falls jemand eine Idee hat, warum mein Picasa beim Upload abstürzt (Der PC geht tatsächlich aus), bin ich für Tipps sehr dankbar.

Viel Spaß beim Glotzen und Kommentieren.

Donnerstag, 21. Juni 2007

Singsangsemester auf Tour: Part 2

Ich drängel mich jetzt einfach mal selbst, meinen kleinen Reisebericht noch zu Ende zu bringen, sonst wird das ja nie was... wer Part 1 noch nicht gelesen hat, sollte demzufolge besser 2 Einträge weiter unten zu lesen beginnen.

Nach 3,5 Tagen...
Die Mittagsandacht am Mittwoch war quasi der letzte Programmpunkt, den wir in Taizé erlebten, nachdem wir unsere in der Nacht zuvor durchgeweichten Zelte auf verschiedene Weise getrocknet (siehe Bild) und neben diesen auch sämtliches andere Equipment verpackt hatten und noch ein letztes Mal die gute Taizé-Küche genossen haben.

Mit einem kurzen Abstecher über Bourg-en-bresse, der hier mangels Ereignishaftigkeit nicht weiter ausgebreitet werden soll, gings also weiter nach Genf. Übrigens, es gibt nur 4 deutsche Wörter, die auf nf enden!

Die Fahrt war nicht besonders lang, so dass wir schon am frühen Abend in unserem Quartier ankamen. Jenes war wirklich der Rede wert. Die Ausstattung war zwar eher rustikal und auf Jugendherbergsniveau, allerdings mitten im Herzen von Genf; dennoch ruhig gelegen, inklusive mehrmaligen Ausblickes von der hauseigenen Dachterasse und hervorragend zum Versteckspielen geeigneten Vorplatzes.


Die folgenden Tage gestalteten sich nun eher relaxt und wenigstens mittelmäßig spontan gestaltet. Begleitet von einer der zu den 40 % in Genf wohnenden waschechten Genferinnen erlebten wir eine kleine Stadtführung, vorbei an den Gedenkstätten von Calvin und Rousseau und anderen Eindrücklichkeiten. Das Wahrzeichen von Genf ist im Übrigen eine 130 Meter hohe Fontäne inmitten des bis zu 300 Meter tiefen Genfer Sees, der auch noch 70 km lang und bis zu 14 km breit ist. Praktischerweise ist dieser kleine Springbrunnen natürlich in Hafennähe, sonst müsste man die 500 Liter pro Sekunde ja so weit pumpen...

Mein Eindruck war, dass Genf eine überaus reiche Stadt mit einem überdurschnittlich großen und überdurchschnittlich versnobten Stadtzentrum ist, wobei ich mir in überdurchschnittlich vielen Geschäften kaum mal eben den preiswertesten Artikel leisten könnte.
Zum Ansehen aber dennoch sehr ansehnlich und bestaunenswert und für einen kurzen Trip auf jeden Fall eine Reise wert. Um vom Reichtum der Stadt ein wenig zu profitieren, trat unser kleiner Semester- Improvisationschor mit einem ausnahmsweise einstudierten 18-Minutenprogramm denn auch für 2 Stunden in der Genfer Innenstadt auf, was uns neben einer Menge Spaß auch eine gute Handvoll einheimische Münzen bescherte.

Immerhin haben einige von uns es geschafft, im Genfer See zu baden und auf dem Weg zu diesem Ereignis die endlosen Promenaden entlang des absolut klaren Sees entlangzuwandeln.
UND- schließlich war es ja eine Studienreise, statteten wir auch dem Sitz des Ökumenischen Rates der Kirchen einen Besuch in Genf ab.

Alles in allem war die Zeit in Genf ausreichend abwechslungsreich und bot für uns als bald nicht mehr zusammen Studierende auch gute Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen und nochmal ordentlich auf den Putz zu hauen, nachdem wir uns in Taizé einem doch eher einschränkendem Hausrecht unterwerfen mussten. Was ja dann auch seine Berechtigung hat.

Ein echtes Tüpfelchen auf dem i gönnten wir uns auf unserer wahrhaft langen Tour Richtung Heimat: Ein Abstecher zum Mont Blanc musste einfach sein! Das lag zwar zugegebenermaßen nicht direkt auf der Strecke, aber die Reise wars einfach wert. So fuhren wir Samstagmittag nach Chamonix, am Fuße des Berges Mont Blanc und inmitten eines Tales liegend. Von dort beförderten uns in Folge 2 Seilbahnen knapp 2,5 Kilometer beinahe steil nach oben bis in die dünnluftige Höhe von 3842 Meter. Wie krass war das denn! Die Seilbahnfahrten hatten ja schon einiges für sich und bescherten nicht wenigen von uns ernstgemeintes Kribbeln im Bauch. Die Aussicht von den Terassen am Berg war dann einfach der Hammer.
Wir fanden uns eingefasst von Schneefeldern und gigantischen Berggipfeln wieder und staunten wie kleine Kinder, was man so alles wunderbares aus Steinen und Schnee machen kann.
Auf einer der höchsten Terassen verspeisten wir dann erstmal unsere mitgebrachten Feinheiten und ließen es uns richtig gutgehen. Die Käse- und Wurstverpackungen wären übrigens infolge des Luftdruckunterschiedes beinahe von selbst geplatzt...

Auf dem Weg ins Tal legten wir noch eine kleine Pause zwischen den beiden Seilbahnfahrten ein. Eine kleine Gruppe, ich natürlich dabei, ließ es sich nicht nehmen, zu einem kleinen Gletschersee zu sprinten, wo eine noch kleinere Gruppe ein wirklich wirklich erfrischendes Bad genoss. Uaaaah!
Das Bild möge für sich sprechen.




Nach diesem wahrhaft krönenden Abschluss unserer Tour gings dann gegen 18.00 doch so richtig gen Heimat. Über 1000 km lagen vor uns, die wir durch tapferen Fahrerwechsel und gutes Geleit behütet überstanden. So kamen wir schließlich genau eine Woche nach unserer Ankunft in Taizé wieder in Moritzburg an. Auch hier recht zerknittert, aber nun bis zum Rand gefüllt mit vielen guten, lebendigen Eindrücken, voller Bilder und Ereignisse und frohen Mutes, nun auch noch den Rest des kurzen Semesters zu überstehen.

Intermezzo: Feministische Theologie

Wir haben grad NT. NT steht für Neues Testament. Vorlesung, Seminar, wie man das gern nennen möchte. Und das Thema seit der letzten Vorlesung: Feministische Theologie. Ömm...... Also den patriarchalischen Charakter in Frage zu stellen, finde ich schon mal ganz in Ordnung, aber feministische Theologie... das klingt dann schon fast wieder nach Matriarchat.

Wir sollten am Anfang jeder einen Satz formulieren, was wir unter F.T. verstehen. Da habe ich geschrieben: "Feministische Theologie ist eine Theologie, die sich zum Ziel setzt, die historisch und kulturell bedingt patriarchale Struktur biblischer Überlieferung im Sinne geschlechtsbezogener Gleichberechtigung zu neutralisieren."
Ehrlich gesagt, bin ich bis jetzt noch nicht schlauer geworden.

Oder ist Gott nun doch eine Frau? Mary Daly, eine amerikanische Feministin krassester Sorte hat mal geschrieben: If god is male, then the male is god.

Die eigentliche Frage ist aus meiner Sicht: War zuerst das Patriarchat, so dass man Gott als mächtiger bezeichnen könnte, indem man ihm männliche Attribute gibt? Oder hat irgendjemand in Gott ein überwiegend männliches Wesen erkannt und daraus eine Art göttlich bedingtes Patriarchat konstruiert? Oder war wieder alles ganz anders...?

Mittwoch, 20. Juni 2007

Singsangsemester auf Tour: Part 1

Inzwischen war reichlich Zeit, um tausende Blögge zu umrunden und ich trau mich nun endlich daran, etwas zu den letzten Wochen zu notieren.
Während ich seit Stunden versuche, mein Picasa-Web-Album um einen zweihundertdreiundsechzig-bildrigen Ordner zu erweitern und mein PC dabei jetzt schon das dritte Mal abgeschmiert ist, will ich nun doch einfach mal losschreiben. Nämlich das, was zu den Bildern, seien sie nun vorhanden oder nicht, noch zu sagen wäre.

Studienabschlussfahrt.
So hieß das letzte große Event, dauernd vom 2. bis zum 10. Juni 2007.

Abfahrt am Samstag, 2. Juni 20.00 Uhr in Moritzburg.
Da war ich allerdings noch nicht dabei, denn zu diesem Zeitpunkt verweilte meine Wenigkeit noch in Unteröwisheim bei Bruchsal. Wem das auch noch nichts sagt, das ist in der Nähe von Stuttgart. Dort wiederum traf sich just am gleichen Wochenende eine größerer Teil meiner Verwandschaft 1., 2. und 3. Grades zu einem Familientreffen. Hinzugefügt sei auch noch, dass in der Woche zuvor in Moritzburg Gemeinschaftstag, das ist so eine Art Jahresfest der Diakone (ohne Zweifel das größte Event des Jahres im Diakonenhaus) stattfand und ebenso einen Großteil aller Kapazitäten in Anspruch nahm. Kurz gesagt: An Höhepunkten fehlte es in dieser Woche nicht.

Zurück zur Tour. Gegen 2.00 Uhr nachts wurde endlich auch ich Mitglied der nun 16-köpfigen Besatzung zweier Kleinbusse, allesamt Studierende meines Jahrganges inklusive unseres Mentors. Schließlich sollte es die letzte große Aktion sein, die wir gemeinsam bestreiten würden.

Wie geplant rauschten wir durch die schwarze Nacht in Richtung Taizé, das erste Ziel unserer 9-tägigen Reise. Die Sonne war schon lange aufgegangen und verbrannte unsere langen Gesichter, als wir gegen 7:30 ziemlich zerknittert in einem kleinen aber doch so prominenten Ort nördlich von Cluny ankamen.

Taizé- was ist das eigentlich? Nicht jeder Kantor und Kirchenmusiker ist spontan erfreut, wenn er nach Assoziationen zum gleichnamigen Musikstil grübelt. Einige Gesänge sind sehr wohl bekannt. Und nicht für jeden sind die endlosen Wiederholungen der doch so wunderschönen Gesänge das königliche Nonplusultra.
Taizé aber ist mehr als nur Musik. Inmitten idyllischer französischer Landschaft befindet sich dort ein ganz besonderer und in der Tat weltberühmter Mönchsorden, genau genommen sogar ein Kloster, welches Frere Roger, auch bekannt als Roger Schütz dort schon vor dem 2. Weltkrieg gegründet hatte.

Über die Philosophie und die Glaubens- und Lebensweise der Taizémönche damals und heute will ich mich kurz halten. In jedem Fall ist im Laufe der Jahrzehnte am Kloster ein ansehnliches ökumenisches Jugendbegegnungszentrum entstanden, welches mittlerweile angeblich bis zu 6000 Leute beherbergen kann. (Dann möchte ICH allerdings nicht dort sein).
Während der Zeit unserer Präsenz vor Ort befanden sich außer uns zum Glück weniger als tausend Leute auf dem Gelände- in diesem Sinne eine durchaus ruhige und angenehme Woche.

Zentrum allen Lebens in Taizé sind die 3mal täglich stattfindenden Gebetszeiten bzw. Andachten früh mittags und abends in einer riesigen „Kirche“, in der sowohl die Mönche in weißem Gewand als auch möglichst sämtliche Besucher anwesend sind. Auch der Ablauf dieser Mini-Messen ist durchaus ungewohnt; lässt man sich aber darauf ein, mehr als erbaulich und von einer ganz besonderen Atmosphäre geprägt, die ich persönlich als sehr entspannend empfand.

Der Ablauf der Veranstaltungen ist immer sehr ähnlich und beginnt eigentlich schon damit, dass die etwa 70 Mönche in den letzten 15 Minuten vor Beginn der Messe mehr oder weniger unregelmäßig (jeder wie er kommt) in recht anmutigem Procedere in die Kirche einziehen und in sehr individuellem Stil ihre Plätze einnehmen. Knieend oder sitzend. Auf dem Fußboden, auf Sitzbänken, auf Stühlen.

Besonders ist auch, dass die Mönche durch die besondere Einrichtung des Raumes inmitten der Besucher sitzen und somit weniger distanziert von den Besuchern der Messe erscheinen.

Gebete und Bibellesungen, beides in der Regel mehrsprachig, werden eingerahmt von den so bekannten Taizé-Gesängen, die den größten Teil der Zeit füllen. Anfangs gewöhnungsbedürftig ist auch die 5-10-minütige Zeit der Stille, die sich an die Schriftlesung anschließt.

Wie gesagt, der liturgische Ablauf ist Geschmackssache. Es gibt keine Predigt, keine Schriftauslegung, keine Diskussion über irgendwas. Es IST einfach. Das - und die Stille, das muss man aushalten können. Gerade deshalb habe ich diese Zeiten als besondere Ruhepunkte im Tagesablauf empfunden.

Natürlich ist das längst nicht alles. Jede Woche in Taizé steht unter einem (bzw. mehrenen) bestimmten Themen, über die dann sehr wohl diskutiert wird. Morgens gibt einer der Mönche eine etwa 1-stündige Einführung zu biblischen Texten, nachmittags treffen sich die Teilnehmer in kleinen Gruppen, um Fragen zum Text und zum Thema zu besprechen.

Zwischendurch bleibt Zeit, um in Raubtiermanier um das Essen zu kämpfen, diverse Aufgaben im Lager zu erledigen und natürlich mit Leuten aus aller Welt ins Gespräch zu kommen.

Am ersten Tag kam mir das Leben im Lager mehr als chaotisch vor. Wer ist hier eigentlich für was zuständig? Wann muss ich wohin? Und wieso wissen alle Leute außer mir, was hier eigentlich wie funktioniert?

Naja, ein oder zwei Tage später wusste ich, dass die Brüder keinerlei feste Angestellten haben, sondern nur ehrenamtliche Helfer am Werk sind, die nur durch dezente Impulse gesteuert und durch relativ flexible Pläne oft spontan, aber doch durchaus wirkungsvoll eingesetzt werden.
Nur dadurch, dass jeder mit anpackt, kann das Lager funktionieren. Und nur dadurch, dass alle erstmal mitmachen, kommt Leben, aber auch Ordnung in das Chaos.

In Erinnerung bleibt mir dennoch ein sehr spirituell geprägter Ort, der durch seine besondere Atmosphäre offensichtlich auch eine besondere Anziehungskraft entwickelt hat. Sicherlich ist Taizé mit all seinen Eigenheiten nicht jedermanns Sache. Überzeugen vom Sinn oder Unsinn eines solchen Projektes muss sich schließlich jeder selbst.

Nach 3,5 Tagen gings am Mittwoch weiter nach Genf in der der französischsprachigen Schweiz. Doch davon mehr im 2. Teil...

... und immer noch am Leben

ja verflixt, es gibt mich noch. Und demnächst, spätestens morgen :o) soll hier mal was über unsere wunderbare Studienfahrt stehen.
Ich weiß gar nicht so recht, was mich zur Zeit alles vom Irgendwie-Zeit-haben abhält. Es ist alles und nichts los. Wir haben wieder Vorlesungen und Seminare, vertreiben uns die Nachmittage mit erlebnispädagogischen Abenteuern, Gemeinschaftsaktionen und Planspielen. A propos, wir spielen hier gerade "Mord im Brüderhaus", eine ziemlich abwegige Variante von "Nacht in Palermo". Das Spiel geht über mehrere Tage, es gibt ausgeloste Mörder und Bürger, eine Mordwaffe und jeder will gewinnen! Es ist unglaublich, welche Eigendynamik dieses Spiel entwickelt! Kaum eine Kaffeekränzschenrunde ohne dieses Gesprächsthema.
Wer also in einem Wohnheim oder einer ähnlichen Anlage wohnt, der kann die Anleitung für dieses Spiel gern bei mir bekommen.

So. Jetzt muss ich hier erstmal wieder der Vorlesung weiter folgen. Es geht um Siddharta Gautama (den ersten Buddha) und das Glücklichsein ohne alles. Das is doch mal was!

Bis ganz bald!

Donnerstag, 10. Mai 2007

Eine Runde um den Blog gelaufen...

...ist man jedenfalls schneller, als hier etwas eingetragen zu haben. Auf jeden Fall erfordert es mitunter weniger Motivation und auch nur ein Minimum an geistiger Anstrengung.
Andererseits: Bei schlechtem Wetter an ungewöhnlichen Orten... kann man sich dabei einen Schnupfen holen, nicht wahr?
Noch schnell einen Blog zur Post zu bringen (Zitat em) erfordert zwar weniger physisches Aufopferungsvermögen, jedoch wenigstens EINEN neuen Gedanken. Oder einen berichtenswerten Anlass. Und überreflektiert, wie man nach knapp 8 Semestern FH-Studium schnell mal sein kann, will man ja auch nicht jedem Eintrag das Label "Blogblödsinn" verleihen.
Ich hab schon von Leuten gelesen, die inzwischen abgebloggt sind, ihren Online-Exhibitionismus quittiert und die Seite gelöscht haben, um sich nun wieder "dem normalen Leben zuzuwenden".

Ich bleibe meiner bisherigen Einstellung erstmal treu, dass auch Geblogge und Gechatte und Gesimse und Gemaile, meinetwegen auch Gegruschel Bestandteile echter Kommunikation sind, solange meine Kontakte sich nicht auflösen, sobald die WLAN-Karte nicht mehr funkt.

Diplomarbeit - abgegeben

Jehuu! Ein Meilenstein in der Geschichte! Und eine Woche ist es auch schon wieder her, seit ich zwei in roten Carton gebundene Schriftstücke zu je knapp 170.000 Zeichen (in Worten: einhundertsiebzigtausend!) bei unserer Sekretärin und FH-Fee abgegeben habe. Ich finde, dieses Ereignis verdient- wenn auch verspätet gemeldet- einen extra Eintrag.
Inzwischen haben wir wieder Vorlesungen- nun noch knapp einen Monat. Zur Zeit Blog-... nein BloCKseminar über Erwachsenenbildung. Den gestrigen Nachmittag habe ich dann auch nahezu komplett damit verbracht, ein ziemlich kniffliges Referat über eine ziemlich unspektaläre Sache für heute vorzubereiten. Naja. Vielleicht muss ich einfach erstmal meine Gehirnwindungen ent-renken, bevor wieder was geht.

Samstag, 21. April 2007

manchmal...

ich will es wagen, noch einen kleinen Nachtrag zum letzten Blogeintrag zu geben.

Manchmal... da fehlen mir die Worte.

Eines Abends neulich, da habe ich lange, vielleicht zu lange nachgedacht.
Ich dachte nach über Dinge, die passiert waren, die ich erfahren hatte, die irgendwie in meinen Horizont gerückt waren.
Manche endlich, manche wieder, manche trotzdem, manche zum Glück.

Manchmal kann ich in all dem einfach keinen Sinn sehen.
Manchmal... da fehlen mir die Worte.
Ich hatte mich der Worte eines anderen bedient, der noch ein Stück von dem ausdrücken konnte, was mir die Worte fehlen machte.

Ich habe schonmal nachgedacht (jaja, das mache ich öfters): Und ich frage mich, ob man an der Last der anderen nicht meistens viel schwerer trägt als an der eigenen? Ich frage mich, ob der Stachel im Auge meines Bruders (wieso wird da eigentlich immer gleich an Schuld gedacht??) nicht von irgendjemandem gesehen werden muss??? Vielleicht stimmt es ja gar nicht, dass ich mich zuerst um MEINEN Kram kümmern muss, bevor ich an andere denke. Vielleicht brauche ich ja die anderen, damit ich den Balken - das Problem, zu dem ich schon gar keine Distanz mehr habe, wieder sehen kann?
Ist es nicht so, dass wir uns in all dem gegenseitig dienen können? Oder habe ich da schon wieder etwas falsch verstanden?

Dienstag, 17. April 2007

Der Weg

ich kann nicht mehr seh'n
trau nicht mehr meinen augen
kann kaum noch glauben
gefühle haben sich gedreht
ich bin viel zu träge,
um aufzugeben
es wär' auch zu früh,
weil immer was geht.

wir waren verschwor'n
wär'n füreinander gestorben
haben den regen gebogen,

uns vertrauen gelieh'n
wir haben versucht,
auf der schußfahrt zu wenden
nichts war zu spät,
aber vieles zu früh.

wir haben uns geschoben
durch alle gezeiten
haben uns verzettelt,
uns verzweifelt geliebt
wir haben die wahrheit
so gut es ging verlogen
es war ein stück vom himmel,
dass es dich gibt..

du hast jeden raum mit sonne geflutet

hast jeden verdruß ins gegenteil verkehrt

nordisch nobel

deine sanftmütige güte
dein unbändiger stolz
das leben ist nicht fair.

den film getanzt

in einem silbernen raum
vom goldenen balkon
die unendlichkeit bestaunt
heillos versunken, trunken
und alles war erlaubt
zusammen im zeitraffer
mittsommernachtstraum.

du hast jeden raum mit sonne geflutet
nordisch nobel
deine sanftmütige güte
dein unbändiger stolz
das leben ist nicht fair.

dein sicherer gang
deine wahren gedichte
deine heitere würde
dein unerschütterliches geschick

du hast der fügung deine stirn geboten
hast ihn nie verraten
deinen plan vom glück
deinen plan vom glück

ich gehe nicht weg

hab' meine frist verlängert
neue zeitreise
offene welt
habe dich sicher
in meiner seele

ich trage dich bei mir
bis der vorhang fällt

ich trag dich bei mir
bis der vorhang fällt.


(H.G.: Mensch)