Wenn man einen eigenen Haushalt hat, achtet man ziemlich schnell auf Dinge, die einen vorher nicht die Bohne interessiert haben. Ganz plötzlich interessiert man sich für Nebenkostenabrechnungen, private Strompreisanbieter, Stromsparlampen und Wasseruhren. Man erfährt, dass Strom gar nicht gelb ist und die blaue Tonne Luxus. Man kuckt öfter aufs Thermometer, vergleicht Klopapierpreise, beschriftet Briefkästen, sortiert sorgfältig Müll und Wertstoffe und weiß über eine Menge Sachen Bescheid, um die sich bisher die Erzeuger oder Internatsleiter kümmern durften.
„Energiekostenmessgerät“ nennt sich das neueste Spielzeug in meinem Elektronik-Bastelkasten. Und ich bin, so wie es die Packungsbeilage verspricht, den letzten 2 Tagen den Stromfressern in meiner Wohnung auf die Schliche gekommen. Somit kann ich schon mal sagen: Das Gerät spart weder Energie noch Zeit. Wohl aber mag es zu einer Art Bewusstmachungsprozess beitragen. Typisch Pädagoge.
Tja, nun ein paar Ergebnisse:
Einen Liter Wasser aufzukochen kostet mich z. B. per Wasserkocher etwa 2 cent, entspricht ca. 0,15 kw/h.
Die Waschmaschine kommt, obwohl schon über 10 Jahre alt, mit 0,65 kw/h (13 cent) pro Waschgang aus; normaler Waschgang 40°. Am meisten braucht sie natürlich beim Wasseraufheizen, da gibt’s Spitzen von bis zu 15 Amper, was ca. 3500 Watt entspricht. Trotzdem verbraucht ein Waschgang mehr Strom, als der Kühlschrank am ganzen Tag verheizt.. äh -kühlt.
Alle Standby- Geräte im Wohnzimmer fressen zusammen nur 9 Watt, was aber im ganzen Monat (wären sie immer an) mit immerhin fast 8 kw/h, also nicht ganz 2 Euro zu Buche schlagen würde.
Ziemlich gierig ist dagegen meine ganze Schreibtischelektronik. Momentan liegt der Verbrauch bei 126 Watt = 2,4cent/Stunde. (Laptop 40W, Monitor ca. 70W, der Rest für diverse Netzteile, Lautsprecherboxen, Drucker etc.)
Tatsächlich macht es selbst bei einem Röhrenbildschirm ganze 10 Watt aus, ob die Helligkeit gerade auf Minimum oder Maximum steht. In 10 Stunden immerhin 2 cent Unterschied. Das muss einem doch mal gesagt werden!
Ob so ein Messgerät letztendlich nützlich ist oder nicht (am Ende braucht es ja auch ein bisschen Strom), da kann man sicher geteilter Meinung sein. Ob es gelingt, mit den gewonnenen Erkenntnissen ein bisschen konsequenter zu sparen, wird sich zeigen.